Erdbeeranbau

 

Erdbeeren: Welche nehm´ ich nur?Die Erdbeerernte ist auf dem Hof eine turbulente Zeit. Die Ware muss vollreif und erntefrisch die Verbraucher erreichen. In der Kühle des frühen Morgens, gegen vier Uhr, legen die Pflücker los. Als erstes wird für den Hamburger Wochenmarktstand gepflückt, der in diesen Wochen täglich beliefert wird. Bis Mittags müssen die übrigen Kunden versorgt sein. Der Nachmittag steht dann im Zeichen der Frühkartoffelernte. Auf dem Höhepunkt der Erdbeerzeit lösen Selbstpflücker die Erntekolonne ab.

 

Erdbeerpflanzen werden in der Winterruhe geerntet und als "Frigos" bei 2-3 Grad Frost gelagert. Bei Söth´s Bioland kommen Ende Mai die neuen Pflanzen aufs Feld. Sie würden nach ca. zwölf Wochen eine kleine Menge Früchte tragen, deren Vermarktung kaum lohnen würde. Der geringe Ertrag ginge auf Kosten der Ernte im Folgejahr, deswegen werden die Blüten abgeschnitten. Ein paar reife Früchte sind dennoch in jedem August dabei, sehr zur Freude der Kinder. Im zweiten und dritten Jahr liefert die Pflanze dann den vollen Ertrag. Der Pflegeaufwand ist enorm: Hacken, Jäten, Bodenbedeckung durch Stroh zum Schutz vor Schmutz und Schädlingen.

  Erdbeeren: Vielfältiger Genuss

Für den Naturkostgroßhandel sind unsere Früchte nur bedingt geeignet: Unsere geschmacksintensiven Sorten schöpfen ihr Potential nur aus, wenn sie vollreif geerntet werden, doch dann sind sie nur für kurze Zeit haltbar. Der Umweg über den Großhandel bringt sie jedoch mit mindestens eintägiger Verzögerung in die Läden, und dann ist es bereits höchste Zeit für den Verzehr.

 

Ein Teil der Ware wird entkelcht und tiefgefroren an Zwergenwiese geliefert, die daraus ihren köstlichen Fruchtaufstrich produzieren. Exklusiv auf unseren Wochenmärkten bieten wir jedoch auch eigene Marmelade an, von Gunnars Schwester Gönke liebevoll gekocht, mit hohem Frucht- und geringem Zuckeranteil.

 

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Geschichte(n) der Erdbeere, Herkunft, Mythologie

 

Die etwa hundert bekannten Arten von Erdbeeren gehören zur Familie der Rosengewächse. Die hiesige Walderdbeere (Fragaria vesca) war bereits in der Steinzeit ein Nahrungsmittel. Die Gartenerdbeere (Fragaria ananassa) ging im 18. Jahrhundert als Kreuzung aus zwei in Amerika beheimateten Arten (Chile-Erdbeere, Fragaria chiloensis, und Scharlach-Erdbeere, Fragaria virginiana) hervor. Von ihr gibt es in Deutschland über 1000 Sorten.

 

Was wir uns als Erdbeere schmecken lassen, ist eine so genannte Scheinfrucht. Im botanischen Sinne handelt es sich nicht um eine Beere, sondern ein Sammelnüsschen. Das vermeintliche Fruchtfleisch entsteht aus dem Blütenboden.

 

Erdbeerpflanzen sind frei von hinterhältigen Dornen, Kernen oder Schalen. In der christlichen Kunst wurde sie als Sinnbild der Rechtschaffenheit und Bescheidenheit verwendet und ist als Allegorie frommer und guter Gedanken zu verstehen. In der germanischen Mythologie stand die Walderdbeere im Zusammenhang mit der Göttin Frigg, Odins Gemahlin, Schutzherrin der Ehe und Mutterschaft. Sie soll die toten Kinder in Erdbeeren versteckt haben, um sie unentdeckt mit nach Walhall nehmen zu können, dem Ruheort gefallener tapferer Kämpfer.

 

Im Märchen „Die drei Männlein im Walde“ der Brüder Grimm schickt die böse Stiefmutter das Mädchen mitten im kalten Winter in den Wald, um dort Erdbeeren zu pflücken. Auf ihrem hoffnungslosen Weg trifft sie auf die Hütte der drei Männlein, mit denen sie ihr spärliches Brot teilt. Aus Dank dafür zaubern sie ihr reife Erdbeeren und beschenken sie mit drei Wünschen: Goldmünzen, die ihr bei jedem Wort aus dem Mund fallen, zunehmende Schönheit und ein Prinz, der sie heiratet.

 

Heute hat die Erdbeere zudem eine erotische Komponente.

 

 

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