Gemüsebau

Gemüseernte

Auf zwei Hektar hofnaher Anbaufläche wird Gemüse überwiegend im Freiland, aber auch in zwei Folientunneln angebaut.

 

Die Anbauplanung richtet sich nach dem Bedarf von 300 Abokisten- und 1500 Marktkunden. Die Jungpflanzenanzucht erfolgt bei Gesa Dalsgaard, Angeln, und der Gärtnerei Gut Wulksfelde, Tangstedt. Der Anbau ist vielseitig: Beispielsweise werden ab der ersten Aprilwoche vierzehntägig 1500 Salate unter Vlies ausgepflanzt. Ca. vier Wochen nach dem Auspflanzen sind sie verkaufsfähig. Kürbisse hingegen brauchen 12-14 Wochen. Kontinuierlich erfolgen den ganzen Sommer lang Bodenvorbereitung, -bearbeitung, -pflege, Schädlingsbekämpfung, Mist Streuen, Fräsen, Pflügen, Eggen. Den Trecker beim Anlegen der Beete genau zu lenken ist Voraussetzung, damit die späteren mechanischen Arbeitsgänge reibungslos funktionieren - eine knifflige Aufgabe für den Fahrer.

 

Kürbiswäsche

Jedes Gemüse stellt seine eigenen Ansprüche. Von Schwachzehrern wie Radieschen und Salat bis zu Starkzehrern wie Kohlsorten müssen Gaben von Stickstoff und anderen Nährstoffen genau auf die jeweilige Kultur zugeschnitten werden. Zucchini wachsen bei warmem, ausreichend feuchtem Wetter wie der Teufel und müssen täglich geerntet werden, damit sie nicht zu groß werden. Viele unserer Gemüsesorten stammen aus wärmeren Klimaten – ihre Saison endet mit dem ersten Nachtfrost. Lagerfähiges, frostempfindliches Gemüse wie Möhren oder Kürbis muss bis dahin geerntet und eingelagert sein. Dafür beginnt jetzt die Zeit für Grünkohl, der erst mit dem ersten Frost seinen typischen Geschmack entwickelt, denn der Frost wandelt Stärke in Zucker um.

 

 

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Anekdoten und Historisches

 

Es ist unmittelbar plausibel, dass der Verzehr von rohen oder gegarten Pflanzenteilen auf die alten Jäger und Sammler zurückgeht. Die alten Hochkulturen kultivierten bereits Gemüsepflanzen. Die ersten europäischen Aufzeichnungen gehen auf mittelalterliche Mönche zurück, konzentrierten sich jedoch auf die Heilwirkung der Pflanzen. Gleichzeitig geriet ihre oft rein pflanzliche Ernährung in einen Zusammenhang mit der Askese, selbstgewählter Armut und Bescheidenheit. Auch heute noch gilt ein ordentliches Stück Fleisch auf dem Teller als Minimum an Wohlstand, doch die heutige Ernährung erlaubt es, Fleisch und Gemüse vielfältig zu kombinieren.

 

Radieschen vor dem kritischen Auge des Gärtners

Von vielen Gemüsepflanzen können verschiedene Teile verzehrt werden, und die Züchtung nach unterschiedlichen Schwerpunkten hat Gemüsesorten hervorgebracht, die eng miteinander verwandt sind. So gehören alle Kohlsorten nicht nur zur Familie der Kreuzblütler, sondern zu ein und derselben Pflanzenart (brassica oleracea). Während der Kohlrabi eine Sprossknolle ausbildet, essen wir vom Blumenkohl und Brokkoli den Blütenstand. Doch in den Stielen der letzteren ist der Kohlrabi enthalten. Probieren Sie es aus!

 

Auch Rote Bete und Mangold sind Sorten der gleichen Art (beta vulgaris). Der buntstielige Mangold mit seinem leuchtenden Rot und Gelb ist besonders im Biobereich beliebt. Weniger bekannt, aber völlig plausibel ist, dass es analog dazu neben der Roten auch Gelbe und Weiße Bete gibt, nur werden diese selten angeboten.

 

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