Kartoffelanbau

Kartoffel einzeln

Das Kartoffeljahr beginnt im Januar. Dann wird das gesamte Pflanzgut vorgekeimt, um später den Ausfall durch Pilzerkrankungen in Grenzen zu halten: Vorgekeimt gepflanzte Kartoffeln erreichen schneller eine vermarktungsfähige Größe. Nach sechs Wochen werden die ersten Knollen unter Vlies gepflanzt.

 

Frühkartoffeln zeichnen sich durch eine kürzere Vegetationszeit aus (90 Tage gegenüber 140 Tagen bei den spätesten Sorten). Aufgrund der fehlenden Schale müssen Frühkartoffeln gekühlt und schnell vermarktet und verzehrt werden. Das bedeutet einen enormen Aufwand, denn in der Frühkartoffelzeit muss täglich die Liefermenge des folgenden Tages geerntet werden.

 

Wenn dann die späten Sorten ausreichende Größe und volle Schalenfestigkeit erreicht haben und in einer Schönwetterperiode die Felder befahrbar sind, erfolgen Ernte und Einlagerung. In großen Holzkisten, die jeweils eine gute Tonne fassen, warten die Knollen bei der optimalen Temperatur von vier Grad darauf, verkauft zu werden. Kühl und dunkel überdauern sie den Winter und bleiben bis zur neuen Ernte vermarktungsfähig, Gunnar kann ganzjährig eigene Kartoffeln anbieten. Der Bestellsituation entsprechend wird nach Größe und Qualität sortiert. Übergrößen und Drillinge gehen an die Gastronomie, ein Milchviehbetrieb kauft die unverkäuflichen Reste als günstiges Futtermittel.

 

 

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Kartoffeln: LindaDie Flächen pachtet Gunnar von Hof Backensholz. Seine Kartoffeln sind dort in die Fruchtfolge integriert, was eine mindestens zehnjährige Anbaupause gewährleistet, bevor die gleiche Fläche wieder an der Reihe ist. Auf diese Weise wird zahlreichen Kartoffelkrankheiten und Schädlingen wie dem Drahtwurm vorgebeugt. Backensholz bewirtschaftet ca. 500 ha Nutzfläche, davon 350 ha Ackerfläche, und ist spezialisiert auf Milcherzeugung und -verarbeitung (Käse).

 

 

Dass die Kartoffel (solanum tuberosum) aus den Anden stammt und zuerst von spanischen Eroberern nach Europa gebracht wurde, gehört zur Allgemeinbildung. Weniger bekannt ist, wie schwer sie es zunächst hatte, sich durchzusetzen. Fortschrittliche Denker propagierten ihren vermehrten Anbau, doch die Bevölkerung hielt zunächst am gewohnten Getreide fest. Daraus wurde im Gemeinschaftsbackhaus Brot gebacken, das im Laufe der Zeit so hart wurde, dass man es mit der Axt zerteilen musste. Im 17. Jahrhundert wurde sie Grundnahrungsmittel in Irland, einhundert Jahre später auch in Deutschland. Sie ist in verschiedenen Zubereitungsformen Bestandteil fast aller traditioneller Gerichte, vom Labskaus über Spargel bis zu Schnitzel und Wildschweinbraten.

 

Kartoffelernte

Als Nachtschattengewächs ist die Kartoffel verwandt mit Tomate und Paprika, aber auch der giftigen Tollkirsche. Auch die Kartoffel besitzt mit dem Solanin ein schwaches Gift, das im Kraut und in den Beeren enthalten ist, sich bei Belichtung aber auch in den dann grün werdenden Knollen bildet. Unter Frosteinwirkung wandelt sich die Stärke in Zucker um: Die Kartoffel schmeckt dann süßlich und verliert ihre Haltbarkeit.

 

 

 

 

 

Gunnars Lieblingssorte:

 

"Linda, weil sie sich so schön pellen lässt und wir so viel Pellkartoffeln essen."

 

 

Gunnars Lieblingsrezept:

Kartoffelfeld

 

Die Vielfalt der Zubereitungsmöglichkeiten ist beinahe unerschöpflich, man denke an Pommes, Kartoffelpuffer, Rosmarinkartoffeln, Knödel und Gnocchi. Gunnar bevorzugt die schlichte Version: Pellkartoffeln natürlich, dazu die legendären Fischsalate von Herfried Effenberger…

 

 

 

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