Überall Kartoffeln

In einer der beiden modernen, dunkelgrünen Wellblechhallen erwartet uns das rhythmische Rappeln der Kartoffelsortieranlage. Siebe sondern Übergrößen und Drillinge aus, geübte Hände sammeln grüne, faule und beschädigte Kartoffeln sowie Steine vom Sortierband. Die einwandfreie Ware wandert in Säcke, erfahrene Augen erkennen die korrekte Füllmenge schneller als die Waage, geschickte Finger knoten den Sack zu. Der Rollwagen für den Wochenmarkt nimmt sich bescheiden aus neben den fünf Paletten, die morgen früh ein Großhändler abholt. Ein Dorfbewohner wuchtet glücklich einen Sack auf sein Fahrrad, ein Mitarbeiter belädt seinen Transporter für die nachmittägliche Auslieferungstour.

 

Kartoffeln

Auf dem Dach über uns und auf der neueren zweiten Halle produzieren 800 m² Solarzellen 100.000 kWh Strom im Jahr. Auf der Empore erinnert ein Tresen an die bereits legendäre jährliche Party mit Live-Band, DJ, dreihundert Gästen und komplett biologischem Buffet - bei aller Ernsthaftigkeit darf das Vergnügen nicht zu kurz kommen. Zitat Gunnar: "Nicht nur feste arbeiten, sondern auch Feste feiern."

 

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Hinter der Sortierhalle befindet sich das Kartoffellager. Hier wird im Herbst die gesamte Ernte in großen Holzkisten eingelagert, auf optimale Lagertemperatur heruntergekühlt und bei Bedarf entnommen. Das Kühlsystem ist verblüffend einfach: Temperaturfühler veranlassen ein Gebläse dazu, Außenluft in die Halle zu transportieren, sobald draußen die Temperatur niedriger ist als drinnen.

 Radieschen

In der 2012 fertiggestellten neuen Halle gegenüber warten Erntemaschinen, Geräte zur Bodenbearbeitung, Traktoren auf ihren Einsatz. Eine Werkstatt dient vorwiegend der Reparatur dieser Geräte. Als Ausgleich für den Hallenbau hat Gunnar einen Erdwall angelegt und mit Erlen und Weiden bepflanzt. Der neue Knick schützt vor Winderosion, ist aber auch Brutstätte und Lebensraum für viele Tiere.

 

Aufbereitung und Vermarktung

 

Am Waschplatz ist das Gemüseteam in Aktion. Mit der Ernte in der morgendlichen Kühle ist seine Arbeit nicht getan, Salate müssen gründlich gesäubert, Lauchzwiebeln gebündelt, Porreestangen geputzt werden. Die Folientunnel daneben dienen zum Vorkeimen der Kartoffeln, später wachsen hier Gurken, Tomaten, Kräuter, Feldsalat und Salatköpfe. Im März. Der größte Teil des Gemüses wird jedoch auf den hofnahen Feldern im Freiland angebaut.

 

Beregnung

Die Vermarktungswege sind vielfältig: Neben den eigenen Wochenmärkten in Hamburg und den Abokisten von Gunnars Bruder Renke werden zahlreiche Kunden im Naturkost-Groß- und Einzelhandel beliefert. Die Firma Zwergenwiese nimmt große Mengen Erdbeeren ab. Ständig werden neue Absatzwege erschlossen: Geschälte Kartoffeln sind vorwiegend für Großküchen von Interesse, wichtigster Kunde ist die Firma Wackelpeter in Hamburg - sie beliefert Kindertagesstätten mit kindgerechter Bio-Kost.

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